Chantal Blatter-Paupe, geb. 1.9.1972 gestorben 14.Juli 2020, Heimatort: Murten
Lebenslauf für Abdankung vom 17.7.2020
A. Einleitung
Chantals Geburtstag, der 1. September!
Tag des Glücks, aber auch Tag des Leids.
Geburtstage sind da zum Feiern. So war das auch am 1. September des letzten Jahres. Die Familie um den Tisch. 8 Personen Essen waren es, vielleicht. Trinken, Lachen, Diskutieren, vergangenes geniessen, Zeit geniessen, Freude haben.
Chantal liebt Geschenke, sie liebt Überraschungen. Feiern liebte schon Vater Roland und die Grossmutter aus Chandossel.
B Sterbenszeit (1. September 2019 bis 14. Juli 2020)
Ja der 1. September……
Am Abend des Geburtstages bekam Chantal leichte Sprachstörungen. Es ist nicht üblich.
Einen kleinen Tumor, fand man heraus. Etwas grösses als eine Erbse. 5 Wochen später wurde aus der Erbse ein tischtennisball grosser Tumor. Aggressiv das Ding!
Im Oktober Operation, dann Bestrahlung und Chemotherapie. Einige epileptischen Anfälle.
Es gab immer mehr neurologische Ausfälle. Chantal konnte kaum mehr sprechen, dass Sehen war eingeschränkt.
Zu Beginn war Sie optimistisch, später wechselte das in Hoffnungslosigkeit.
Chantal kämpfte gegen den Tumor.
Am 8. Juli 2020, wuchs die Hoffnungslosigkeit………………..
C. Lebenszeit (1. September 1972 bis 1. September 2019)
Chantal ist die Tochter von Roland und Madeleine Paupe. Ein Unfall, könnte man fast meinen, wenn man fast noch im Taxi geboren wird. Chantal kam etwas rasant auf die Welt. Es war auch ein schnelles Mädchen. Sei es im Sport, auf dem Weg zur Schule, auf der Männerschau mit der Nachbarstochter, oder bei der Arbeit.
Schule ist nicht so Chantal’s Ding. Vor allem Zahlen liegen Ihr nicht. Dafür die Sprachen. Da kann ihr keiner das Wasser reichen. Nach der Schulzeit besuchte Chantal die Handelsschule in Freiburg.
In den Folgejahren verschiedene Anstellungen.
Tanzen wurde Chantal mit in die Wiege gelegt. Jedes Wochenende! Einmal hier, einmal da. Sie liebte es, über das Parkett zu schwofen. Aber sie hat hohe Ansprüche an die Tänzer. Nicht jeder durfte da ran. Dumm nur, hat Sie am 18. Juli 1998 Peter Blatter geheiratet, der überhaupt nicht Tanzen konnte.
Ja, wir rechnen richtig. Morgen Samstag ist das 22-jährige Hochzeitsjubiläum.
Chantal genoss gutes Essen in Restaurants. Dazu ein gutes Glas Wein, oder auch zwei. So ein Essen konnten schon mal 2 bis 3 Stunden in Anspruch nehmen. Auch Zeit zum Reden, über das Büro, den Betrieb und die Kunden.
Ihr Leben war das Architekturbüro. Alle Papiere gingen über Ihren Tisch. Steuern, Löhne, Stundenabrechnungen, Bauherrenrechnungen, Unterehmerrechnungen Liegenschaftverwaltungen, Übersetzungen ins Französische. Nebenbei Haushalt, Tiere und der Mann. Eine starke Frau, ist Chantal.
Ferien waren wenige. Kurz schnell nach Hong-Kong, Singapur, New-York, Bangkok, Stockholm, London, Dublin, Miami, Dubai, Reykjavik. Und das nicht nur einmal, mehrmals. «Man muss doch eine Stadt kennen lernen, dazu muss man einige Male hingehen». Recht hat Sie!
Über alles liebte Sie Ihre Kreuzfahrten mit AIDA. Aber bitte nicht zu wellig. Das letzte Mal 2019 in Norwegen war schon so eine etwas holprige Fahrt. Aber wenn, dann immer im Gourmet-Restaurant essen.
Einige Höhepunkte waren
– 2002 an der EXPO mit Bundesrätin Ruth Dreyfuss einige Cognacs zu geniessen,
– Im 2002 das eigene Zuhause zu beziehen,
– 2006 Prinzenpaar der Fasnacht von Murten,
– 2008 mit dem Lyons-Club eine Südenglandreise zu organisieren.
Es gäbe noch einige andere Ereignisse, die Chantals Leben bereicherten.
D. Abschluss
Das Architekturbüro hat Chantal gebraucht, oft auch verbraucht.
Sie war Stolz, in Ihrem Leben etwas geschaffen zu haben. Sie war stolz, ein Teil von Murten zu sein. Ja, Murtnerin zu sein. Sie hat Ihr Glück gefunden und hat sich Zuhause gefühlt. Aber dafür hat Chantal viel Entbehrungen gebracht.
Chantals ehemliger Lehrer von Murten sagte einmal, «Aus Dir ist doch etwas geworden».
Chantal,
– Danke, für die Zeit die Du uns geschenkt hast.
– Danke, dass wir mit Dir den Weg gehen durften.
– Du bleibt uns in Erinnerung.